
Die „freie“ Welt der digitalen Netze: Überwachung und Manipulation in privater Hand
In Hessen, Bayern und demnächst in Baden-Württemberg wird es schon eingesetzt, für BMI Dobrindt steht es auf der Wunschliste: Palantir, ein Analyse- und Überwachungssystem der US-Firma Palantir, deren Mitgründer und Großaktionär der US-amerikanische Libertär-Faschist Peter Thiel ist, ein Chef-Ideologe Trumps. Angeboten wird für Polizei und Verfassungsschutz eine „verfahrensübergreifende Recherche- und nalyseplattform“, die sie bei der Kriminalitätsbekämpfung und Überwachung „unterstützen“ soll. Dass die zugrundeliegenden Algorithmen im Unternehmen Thiels programmiert werden und dessen „Privatbesitz“bleiben, stört offenbar nicht.
Bei „sozialen Medien“ ist es nicht anders: Die „Steuerung“ der Inhalte liegt bei den betreibenden Unternehmen – ohne jede legitimierte öffentliche Kontrolle. Bürgerschaft als „Überwachungsfall“ und Öffentlichkeit als privat inszenierte und kontrollierte Veranstaltung – sind das die Vorboten eines neuen Faschismus mit materieller Basis in der Digitaltechnik des 21. Jhdts?
Doch bevor wir Marken aufkleben, wollen wir erst genauer hinsehen: Was ist da eigentlich los und was und wer steckt mit welchen Absichten dahinter? Welche Maßnahmen zur Regulierung gibt es und werden diese überhaupt genutzt? Wer kann mit welchen Zielen und welchen Mitteln eingreifen? Wahrscheinlich sind wir erstmal damit beschäftigt, Fragen zu sammeln, die wir uns stellen müssen – aber noch keine Antworten darauf haben! Wer dafür offen ist und es für notwendig hält – den / die brauchen wir dringend.
Unser Ziel: offene Gesprächskreise
Ohnmacht, Verwirrung, Spaltung und Ressentiments sind verbreitete, ja beherrschende kollektive Gefühle unserer Zeit. Vorgefertigte Parolen, altbackene Klischees bis hin zu völlig irrationalen Positionen werden sogar in sogenannten Leitmedien und sogenannter Spitzenpolitik vertreten und als Antworten auf die vielfältigen gesellschaftlichen Herausforderungen und Krisen präsentiert. Doch es scheint, als versinke die Welt schicksalshaft in Krieg und Chaos, als seien Demokratie und Sozialstaat unaufhaltsam und ausweglos im Niedergang begriffen. Die Vernunft der Vielen, die Weisheit der Menge, eine politische Meinungsbildung von der Basis der Bevölkerung ausgehend, droht angesichts von Vereinzelung, Desorganisation, ja Zerstörung jeglichen Zusammenhangs zu einer bloß schönen Idee zu verkommen. Daher ollen wir fundamental politische Fähigkeiten einüben: den offenen Meinungsaustausch, die sachliche ebatte, den leidenschaftlichen aber durchaus auch zur Selbstkritik führenden Streit mit Argumenten.
Diese erste Gesprächsrunde soll den Auftakt für weitere Gesprächsrunden bilden, in denen zu drängenden politischen Herausforderungen unserer Zeit Meinungen und Ideen gesammelt werden sollen, um – hoffentlich! – Anregungen und Handlungsperspektiven zu gewinnen, die uns aus der politischen Defensive herausführen.
Es gibt Kaffee und Kuchen gegen Spende.
Nachdenk-Café – von und mit Stefan Saviano, Alexander Schauenburg, Manfred Scheifele und Michael Weingarten
Samstag, 28.03.2026, 15 Uhr
Stadtteilzentrum Gasparitsch
Rotenbergstr. 125, Stuttgart
